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Hausarzt: Anlaufstelle für Demenzpatienten/ Netzwerker für Demenzpatienten

Hausärztinnen und Hausärzte sind meist die erste medizinische Anlaufstelle für Menschen mit Demenz. Sie erfassen die Beschwerden und klären ab, welche Probleme sich daraus für den Patienten im Alltag ergeben. Sie beraten Betroffene und ihre Angehörigen, informieren sie über Behandlungsmöglichkeiten und Entlastungsangebote und unterstützen sie in medizinischen, oft auch organisatorischen und administrativen Belangen.

Diagnostik

Mit einfachen Tests wie dem Minimentalstatus klärt der Hausarzt ab, ob und wie gut die kognitiven Fähigkeiten (die verschiedenen Bereiche der geistigen Wahrnehmung) funktionieren – ob sich der Patient zum Beispiel selbständig in Zeit und Raum orientieren kann und wie weit das Gedächtnis noch reicht.

Zugleich führt der Hausarzt Labortests und Röntgenuntersuchungen durch und prüft damit auch, ob es sich wirklich um Demenz handelt und nicht etwa um Symptome einer ganz anderen Krankheit. Wo nötig, weist er den Patienten einem Spezialisten zu.

Zugleich versucht der Hausarzt im Gespräch herauszufinden, welche Bedeutung die Erkrankung für den Betroffenen und seine Angehörigen hat und wo sie Unterstützung brauchen.

Behandlung

Ob und wie die Demenz mit Medikamenten behandelt wird, hängt von der Situation jedes einzelnen Patienten ab; dazu gehören insbesondere weitere Begleiterkrankungen, aber auch die persönliche Einstellung und persönliche Vorlieben.

Die Wirkung der Behandlung wird laufend überprüft und wenn nötig angepasst. Der Hausarzt übernimmt die Koordination bei allfällig involvierten Spezialisten.

Beratung

Der Hausarzt begleitet Patienten und Angehörige auch mit Information und Beratung. Das beginnt mit der Mitteilung und Erklärung der Diagnose und geht weiter mit der Beratung und Beantwortung von Fragen, wenn sich Symptome verändern oder Verhaltensstörungen auftauchen.

Der Arzt zeigt auf, welche medizinischen Massnahmen es gibt und hilft, Netzwerke zu knüpfen und zu koordinieren – zum Beispiel mit Spitex und Besuchsdiensten, die pflegende Angehörige entlasten. Mit seiner Information und praktischen Unterstützung hilft der Arzt Demenzpatienten und Angehörigen, gemeinsam eine Entscheidung zu finden, wie sie ihren Alltag mit der Krankheit organisieren.

Beratung für Angehörige ist ausserordentlich wichtig. Zum Teil braucht es auch Beratungsgespräche ohne die Betroffenen – etwa, wenn ein Patient seine Krankheit nicht wahrhaben will, oder wenn ihn das Gespräch über seine Defizite überfordert oder emotional zu fest belastet. Schwierig wird es, wenn die Betroffenen den Kontakt mit Angehörigen ablehnen, da die ärztliche Schweigepflicht den Bedürfnissen der Angehörigen übergeordnet ist.

Administratives

Der Hausarzt stellt Überweisungen und Zeugnisse aus, die es zum Beispiel für die Spitex, für Hilflosenentschädigung, SBB-Begleiterkarten und ähnliches braucht. Der Arzt ist für eine allfällige Einweisung zur fürsorgerischen Unterbringung zuständig. Er kann bei Eskalation allenfalls auch eine  Gefährdungsmeldung an die KESB machen (was auch Angehörige tun können).

Zuweisung an Memory-Klinik und Spezialisten

In manchen Situationen zieht der Hausarzt für Abklärung und Behandlung Spezialisten bei. Für eine spezifische Beratung der Demenz kann der Hausarzt die Dienste der Alzheimervereinigung in Anspruch nehmen. Betroffene und Angehörige können die Regionalstelle auch direkt kontaktieren.

Memory-Kliniken oder psychiatrische Ambulatorien werden vor allem für nicht eindeutige Befunde beigezogen, weil die Neuropsychologie ausgedehntere Tests ermöglicht. Solche Tests werden auch empfohlen, wenn die Patienten noch jung sind oder wenn psychische Störungen vermutet werden; so ist es zum Beispiel wichtig, dass Demenzerkrankungen unterschieden werden von Gedächtnisstörungen bei Depressionen (es gibt auch Mischformen, die es schwierig werden lassen, die einzelnen Störungen voneinander abzugrenzen) – regionale Memory-Kliniken.

Die Zuweisung an einen Geriater ist dann sinnvoll, wenn die Demenzpatienten gleichzeitig von altersbedingten körperlichen Problemen betroffen sind oder wenn sie sich aus Angst vor Stigmatisierung und Ablehnung durch ihr Umfeld nicht überwinden können, beim Psychiater Hilfe zu holen.

Ein Neurologe kann vor allem bei unklaren Situationen mit neurologischen Begleitsymptomen helfen, oder auch, wenn Hinweise auf eine seltene neurologische Störung mit Gedächtnisdefiziten vorliegen und es spezielle erweiterte Abklärungen braucht.

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