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Notrufsysteme

Menschen mit Demenz können noch so gut umsorgt werden – ständig können und wollen sie nicht jemanden um sich haben. Sind sie gerade in dem Moment alleine, wenn etwas passiert, kann ein Notrufsystem helfen. Zu den bekannten Notrufsystemen gehören der Notrufknopf SRK / Limmex, GPS- Tracker, Seniorenhandy mit SOS-Taste oder Kurzwahlspeicher.

Klingelmatte für Nachtwandler und Sturzgefährdete

Ein Spezialfall ist die Klingelmatte (auch Kontaktmatte, Trittmatte, Sturzmatte, Funkmatte, Alarmmatte).

Es handelt sich um ein Hilfsmittel für Patienten, welche nachts unkontrolliert aufstehen (Nachtwandler), sturzgefährdete Patienten oder für Patienten, bei denen eine Weglaufgefahr besteht.

Die Matte mit Sensoren schlägt bei Betreten Alarm. Die Matten können im Innen- und Aussenbereich zum Beispiel direkt vor das Bett oder unter einem Teppich gelegt werden. Da sie mit einem Funk ausgestattet sind, werden Pflegepersonal oder Kontaktpersonen sofort informiert.

Modelltypen

  • Es gibt Klingelmatten mit und ohne Kabel. Bei beiden Modellen geht beim Betreten der Matte ein Signal an eine Rufanlage (für Heime / Spitäler vorgesehen) oder an einen Funkempfänger (Privatgebrauch). Das Signal ist entweder akustisch oder visuell. Beim akustischen Signal kann die Tonstärke verschieden laut-leise eingestellt werden.
  • Provinoxx von Signakom wird unter die Bettkante geschoben und sobald der Patient diese belastet, wird ein Signal abgegeben. Diese Variante reduziert die Sturzgefahr, da man frühzeitig informiert wird. Dieses Produkt kann im Privatgebrauch angeschlossen werden.

Kosten

Je nach Modell und Hersteller ca. CHF 500 – 1000.-

Es muss bei der Krankenkasse angefragt werden, ob sie das Hilfsmittel übernehmen.

Hilfsmittel bei Inkontinenz

Harninkontinenz kommt bei Alzheimer- und anderen Demenzerkrankungen häufig vor. Nach fünf Erkrankungsjahren ist jeder zweite Demenzpatient von einer Inkontinenz betroffen, nach acht Jahren sind es bereits vier von fünf.

Oft handelt es sich um ein gravierendes Problem – und es ist ein häufiger Grund für eine Heimeinweisung.

Ein Tabu

Verschlimmert wird das Problem durch Schamgefühle. Es ist den Betroffenen peinlich, Hilfe in Anspruch zu nehmen oder überhaupt nur darüber zu sprechen. Das stellt Angehörige und Pflegefachleute vor verschiedene Herausforderungen: Wie soll man einen Klienten ansprechen, der keine Hilfestellung zulässt oder nicht einsieht, wieso er Einlagen oder Pants tragen soll?

Sprache/ Fragestellung Mimik/ Gestik

Validation

Und was tun, wenn die Pants nicht korrekt entsorgt werden und es stark nach Urin riecht?

Als Tabuthema wird Inkontinenz auch nur selten beim Arzt angesprochen. Dabei wäre ein Hinweis für für die Suche nach der richtigen Behandlung wichtig. Denn Inkontinenz kann ganz unterschiedliche Ursachen haben.

Was ist die Ursache?

Zu Beginn der Erkrankung ist die Inkontinenz nicht selten eine Folge des Gedächtnisverlustes: Die oder der Betroffene vergisst, auf die Toilette zu gehen oder findet sie nicht. In diesem Fall gibt es verschiedene Tipps und Tricks, die den Gang zur Toilette erleichtern.

Im weiteren Verlauf kann es zu organischen Störungen bei der Kontrolle von Blase und Schließmuskel kommen. Ursache ist der Untergang von Nervenzellen und Nervenbahnen im Gehirn, so dass die Fähigkeit zur Kontrolle der Blase verloren geht.

Abklärung und Behandlung

Zunächst muss also abgeklärt werden, ob es sich um einen unfreiwilligen Harnverlust handelt. Ist er unfreiwillig, ist eine neurologische Untersuchung empfehlenswert.

Nach der Untersuchung können die Störung der Blasenkontrolle identifiziert  und Behandlungsstrategien entwickelt werden.

Therapie:

Im Frühstadium kann man Komplikationen vorbeugen, indem man viel trinkt.

In jedem Fall empfohlen wird ein Verhaltenstraining für den Toilettengang, der körperliche und mentale Hilfestellung durch Angehörige und Pflegende erfordert.

Die Hilfe muss immer wieder der individuellen Situation angepasst werden.

Eine allfällige unterstützende medikamentöse Therapie bedarf der regelmässigen Kontrolle durch den Arzt, der Wirkungen und Nebenwirkungen beobachtet.

In manchen Fällen kann es auch sinnvoll sein abzuklären, ob eine urologische Operation nötig wird.

Tipps und Tricks bei Demenz und Harninkontinenz:

  • Pflegende sollten Menschen mit Demenz regelmässig an den Toilettengang erinnern (aktive Blasenentleerung) – z.B. stets nach den gleichen Ritualen wie nach dem Aufstehen oder nach dem Frühstück.
  • Um die Sturzgefahr zu reduzieren, sollte der Patient auf dem Weg zur Toilette keine Hindernisse wie Treppen, Teppiche oder Schwellen überwinden müssen.
  • Damit der Weg zur Toilette leicht zu finden ist, sollte die Toilette mit Zeichen und Symbolen angeschrieben werden.
  • Gute “Wegweiser” sind auch die Nachtbeleuchtung des Wegs und
  • ein farbiger Toilettendeckel.
  • Erleichtert wird der Toilettengang durch Hosen, die leicht zu öffnen sind, eventuell mit Klettverschluss.
  • Symptome wie z.B. Unruhe oder Tippeln mit den Füssen zeigen oft an, dass es Zeit wird für die Toilette.

Umgang mit Hilfsmitteln

Wenn Pflegende auf das regelmässige Wechseln von Einlagen und Pants hinweisen, sollten sie Worte wie “Windel” oder “Schutzhose” vermeiden. Worte wie “Slipeinlage” klingen charmanter und helfen dem Betroffenen, sich mit dem Hilfsmittel zu arrangieren.

Praktisch wird das regelmässige Wechseln erleichtert, indem man für die Entsorgung gebrauchter Hilfsmittel neben der Toilette einen luftdichten Sammelbehälter aufstellt und neue Einlagen bereit legt.