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Schmerzerkennung

Schmerzerkennung bei Menschen mit Demenz

Schmerz ist ein Phänomen mit unterschiedlichsten Ursachen, die ebenso im menschlichen Körper wie in seiner Psyche, in Umwelteinwirkungen oder in erlernten Verhaltensmustern liegen können.

Schmerz ist individuell, er ist das, was der Betroffene wahrnimmt. Diese Wahrnehmung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und verändert sich mit dem Allgemeinzustand, dem Alter oder der Schmerzbiografie. Einen Einfluss darauf, wie Schmerz wahrgenommen und über Schmerz gesprochen wird, haben auch die Kultur, die soziale Situation und Herkunft und das Geschlecht – und sogar die Tageszeit (ein müder Mensch spricht anders über Schmerzen als ein frischer).

Für die Erkennung und Behandlung von Schmerzen ist deshalb eine breite interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt, die von Schmerzspezialisten über Psychologen, verschiedenste Fachärzte und Pflegefachpersonen bis zu Physio-, Ergo- oder Logotherapeuten reichen kann. Gerade für Menschen mit Alzheimer- und anderen Demenzerkrankungen eignen sich zudem alternative Therapien wie zum Beispiel Musiktherapie, Aromapflege, Homöopathie usw.

Einschränkungen

Weil Schmerz so individuell ist, fällt es den meisten Menschen schwer, ihre Schmerzen so zu beschreiben, dass die Beschreibung Pflegenden und Ärzten bei der Behandlung hilft. Um so schwieriger ist diese Kommunikation bei Menschen mit Demenz, bei denen ihre gewohnten Ausdrucksmöglichkeiten zunehmend eingeschränkt sind und die ihre Schmerzen deshalb oft in anderer Form ausdrücken.

Grundsätzlich müssen Pflegende von Menschen mit Demenz immer im Hinterkopf haben, dass Schmerzen hinter ungewohnten Äusserungen (wie zum Beispiel Unruhe, Rückzug oder aggressivem Verhalten  stehen könnten, weil die verbalen Ausdrucksmöglichkeiten eingeschränkt sind. Sprache/ Fragestellung Mimik/ Gestik

Hilfsmittel

Um herauszufinden, ob ein Mensch mit Demenz Schmerzen hat und welcher Art sie sind, wurden deshalb verschiedene Aufnahmemethoden entwickelt, die auf nonverbale Kommunikation zurückgreifen. Dazu gehören zum Beispiel Zahlenskalen oder Smilies, mit deren Hilfe speziell geschulte Fachpersonen wie etwa das Demenzteam einer Spitex die Schmerzen einen Patienten besser einschätzen können.

Voraussetzung ist, dass die Symbole den Betroffenen von früher her geläufig sind und dass es ihnen noch möglich ist, sich mitzuteilen. Ist dies nicht mehr möglich, gibt es spezielle Assessments (zum Beispiel BESD, ECPA, BISAD). Dabei handelt es sich um Checklisten für die systematische Beobachtung von Veränderungen in Atmung, Gesichtsausdruck, Körpersprache und anderen nonverbalen Äusserungsformen, die auf Schmerzen hindeuten. Sie werden in erster Linie von Fachpersonal verwendet, um sicherzustellen, dass Schmerzen von Demenzpatienten nicht übersehen werden; doch auch Angehörige können für die Anwendung geschult werden.

Ähnliche Hilfsmittel für die Kommunikation brauchen auch die Fachpersonen, welche die Schmerzen eines Menschen mit Demenz behandeln.

Braucht der Patient Medikamente, sind die Grundsätze für eine korrekte Medikamenteneinnahme  zu beachten.