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Therapiemöglichkeiten

Therapien für Demenzpatienten

Alzheimer und andere Demenzerkrankungen können nicht geheilt werden. Doch mit Therapien, welche die verschiedenen Fähigkeiten des Menschen stärken, lässt sich die Lebensqualität verbessern und oft auch das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.

Medikamentöse Therapie

Leider stehen noch immer keine verlässlichen Medikamente zur ursächlichen Therapie von Demenzerkrankungen zur Verfügung. Zur Anwendung gelangen vor allem Substanzen, welche Botenstoffe, die für die Hirnleistung entscheidend sind, in ihrer Wirksamkeit erhöhen (Acetylcholinesterase-Hemmer, Memantin). Auch Gingko-Präparate können bei speziellen Demenzformen wie der vaskulären Demenz wirkungsvoll eingesetzt werden. Bei der vaskulären Demenz ist zudem die optimale Behandlung von Risikofaktoren wie Stoffwechselerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Störungen von grosser Bedeutung. Der Einsatz von beruhigenden Medikamenten, sogenannten Neuroleptika, bleibt Erregungszuständen und Verhaltensstörungen vorbehalten und sollte niedrig dosiert und zeitlich begrenzt durchgeführt werden.

Gedächtnistraining/ Kognitives Training

Mit kognitiven Trainings wird versucht, nachlassende Gedächtnisleistungen über internale und externale Hilfen zu kompensieren. Als internale Hilfen können beispielsweise Memotechniken genutzt werden; externale Hilfen dienen hingegen vor allem zur räumlichen und zeitlichen Orientierung, etwa über den Gebrauch von Kalendern.

Ein kognitives Training ist insbesondere bei leichter (beginnender) Demenzerkrankung hilfreich.

Ergotherapie

Ergotherapie hilft, alltägliche Fähigkeiten zu erhalten und zu fördern. Menschen mit Demenz üben Tätigkeiten wie Körperpflege, Ankleiden oder Aufgaben im Haushalt. Sie lernen, praktische Probleme zu lösen, den Tagesablauf zu strukturieren, Gedächtnishilfen zu nutzen usw. So können sie länger ein selbstständiges Leben führen. Wenn die Erkrankung weiter fortgeschritten ist, kann Ergotherapie dazu beitragen, Körperwahrnehmung und Bewegung zu fördern. Weiterführende Information

Physiotherapie/ Körperorientierte Intervention

Dazu gehören Rhythmik, Tanzen, Physiotherapie, Massagen u.ä.. Sie sind wertvoll, da sie zugleich Stress hemmen, Mobilität erhalten und körperliche wie psychische Symptome lindern können.

Logopädie

Alzheimer und andere Demenzerkrankungen können die Fähigkeit zu sprechen und mit anderen Menschen zu kommunizieren beeinträchtigen. Logopädie kann vor allem bei Menschen mit beginnender Demenz Wortfindung, Aussprache und Sprachverständnis verbessern. Wenn Schluckstörungen auftreten, kann Logopädie helfen, die Nahrungsaufnahme sicher zu gestalten. Dabei werden auch die Angehörigen beraten und angeleitet.

Psychotherapie

Psychotherapeutische Angebote können in schwierigen Momenten des Krankheitsverlaufs unterstützend wirken, so etwa für Menschen mit beginnender Demenz oder für pflegende Angehörige. Einzel- oder Paargespräche mit einer Fachperson oder Familientherapie können helfen, mit einer ausweglos erscheinenden Situation besser zurechtzukommen.

Musische und kreative Interventionen

Zahlreiche Therapieansätze wie Musiktherapie, Maltherapie, Kochtherapie, Tanz, Theater, Biografiearbeit, Reminiszenztherapie usw. versprechen durch kreative Prozesse Entspannung, Ausgleich und Freude; weiter helfen sie mit, die Mobilität zu erhalten. Video zur Musiktherapie

Ernährung

Einige Fachleute vermuten, dass eine gesunde Ernährung hilft, Demenzerkrankungen vorzubeugen oder sie zu verlangsamen. Insbesondere die mediterrane Diät (Mittelmeerküche) soll sich positiv auf Erinnerung und Denkvermögen auswirken. Zu einer mediterranen Ernährung gehören vor allem viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Olivenöl, Vollkornprodukte, Fisch und Geflügel. Dafür, dass eine mediterrane Ernährung Alzheimer vorbeugt oder verlangsamt, gibt es jedoch keine Belege.

Angehörigenschulung

Menschen mit Alzheimer-Demenz werden im Verlauf der Erkrankung zunehmend hilfsbedürftig, was für Angehörige eine große Belastung und Herausforderung sein kann. Um pflegende Angehörige zu unterstützen, wurden Schulungen entwickelt. Sie sollen vermitteln, wie man Menschen mit Demenz fördern kann, um ihre Fähigkeiten so lange wie möglich zu erhalten. Außerdem sollen sie helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und praktische Probleme bei der Pflege zu lösen. Ein wesentlicher Teil vieler Schulungen ist der Erfahrungsaustausch mit anderen pflegenden Angehörigen.